Die Ansprüche sind gestiegen. Die Geduld auch.
Irina Appelhoff beobachtet seit Jahren, wie sich Bewerber verändern – andere Prioritäten, andere Erwartungen. Wer heute bei DMK arbeiten will, sagt die Head of Recruiting & Employer Branding, googelt vorher. Was muss ein Unternehmen tun, um attraktiv zu sein?

Frau Appelhoff, was wollen junge Menschen heute von einem Arbeitgeber – und was wollten sie früher?

Vor zehn Jahren war Entwicklung vor allem eine Frage des Aufstiegs. Wer eine Stelle wollte, fragte nach der nächsten. Heute fragen Bewerber zuerst: Was macht dieses Unternehmen? Wofür steht es? Kann ich mich damit identifizieren? Das klingt weicher, ist es aber nicht. Es ist präziser. Die Generation, die jetzt zu uns kommt, hat hohe Ansprüche an Haltung, Flexibilität und Sinn. Und sie googelt vorher, schaut auf Instagram, liest Bewertungen. Wer da nicht authentisch ist, fällt schnell auf.

Was meinen Sie, wenn Sie von Sinn sprechen – was suchen Bewerber?

Sie wollen wissen, ob ihre Arbeit etwas bedeutet. Nicht im großen philosophischen Sinne, sondern ganz praktisch: Macht das, was ich hier tue, irgendeinen Unterschied? Bei DMK ist die Antwort darauf greifbar. Wir versorgen Menschen täglich mit Lebensmitteln – Milch, Käse, Joghurt – Produkte, die in jedem Kühlschrank stehen. Das ist kein abstraktes Versprechen, das ist Alltag. Für viele junge Menschen ist das relevanter als ein Firmenauto oder ein Obstkorb im Büro.

DMK wirbt mit dem Satz „Wir ernähren Menschen“ – klingt erstmal nach Hochglanzbroschüre.

So ein Satz funktioniert nur, wenn er auch stimmt. Und bei DMK stimmt er. Was mich wirklich freut: Wir bekommen von neuen Mitarbeitenden immer wieder zurückgemeldet, dass das Bild, das wir im Vorstellungsgespräch vermitteln, sich im Arbeitsalltag bestätigt. Das ist das schönste Kompliment, das wir bekommen können und gleichzeitig der härteste Maßstab, an dem wir uns messen lassen müssen.

Wie hat sich die Ausbildung konkret verändert?

Vor zwanzig Jahren haben Auszubildende Höfe gefegt und Botendienste übernommen. Aufgaben, auf die sonst niemand Lust hatte. Der Ton war autoritär, das Duzen undenkbar. Heute erlebe ich unsere Azubis als Menschen, die Ideen mitbringen und den Mut haben, sie zu äußern. Eine Auszubildende hat im Rahmen ihrer Abschlussarbeit unseren Recruitingprozess optimiert: Sie hat einen manuellen Schritt identifiziert, bei dem Vertragsdaten per Hand in eine Word-Datei getippt und weitergemailt wurden, fehleranfällig und zeitintensiv. Sie hat mit unserem IT-Support eine automatisierte Lösung entwickelt. Wir können uns heute nicht mehr vorstellen, es anders zu machen. Definitiv können Auszubildende sehr schnell sehr viel bewegen bei DMK.

„Wer heute kommt – und was die neue Generation bewegt”

Irina Appelhoff kennt die Lebensläufe der letzten Jahre besser als fast jeder andere
Irina Appelhoff kennt die Lebensläufe der letzten Jahre besser als fast jeder andere

Also: Weg vom puren Azubi-Lob hinein in die echte Praxis?

Ja. Und das ist kein Einzelfall. Wir sehen, dass die Zahl interner Bewerbungen in den letzten Jahren stark gestiegen ist – weil die Menschen merken, dass Bewegung möglich ist. Ein Kollege hat in der Personaladministration angefangen und leitet heute IT-Projekte. Eine Kollegin in meinem eigenen Team wollte etwas Neues lernen – gemeinsam haben wir daran gearbeitet, dass sie sich zur HR-Business-Partnerin entwickeln konnte. Es war nicht einfach, eine gute Mitarbeiterin abzugeben. Aber ich war stolz. Das ist für mich Führung.

Sie sprechen von Entwicklung. Was meinen Sie damit – Aufstieg oder etwas anderes?

Beides. Aber vor allem: Persönlichkeit. Unser Programm StepUp hat Mitarbeitende begleitet, die als Fachkraft gestartet sind und heute ein Werk leiten. Manchmal passen die Qualifikationen auf dem Papier nicht hundertprozentig – wir geben trotzdem die Chance. Weil Persönlichkeit wichtiger ist als der perfekte Lebenslauf.

Was hat sich für Eltern verändert – und was sagt das über DMK?

Meine Mutter hat zu der Zeit, als wir Kinder waren, in Teilzeit gearbeitet – nicht, weil sie es wollte, sondern weil es keine andere Möglichkeit gab. Das Rollenverständnis war ein anderes, die Strukturen fehlten. Heute hat DMK in der Verwaltungszentrale ein Eltern-Kind-Büro, das von Müttern und Vätern gleichermaßen genutzt wird, wenn die Betreuung ausfällt. Homeoffice ist kein Ausnahmefall mehr, sondern ein Werkzeug. Meine Tochter plant sich in den Ferien regelmäßig einen Tag ein, an dem sie mich zur Arbeit begleitet. Sie liebt das Gebäude, sie liebt die Currywurst mit Pommes zum Mittagessen. Und wo der Eisschrank in der Office-Küche steht, weiß sie inzwischen auch ziemlich genau.

Was suchen Sie, wenn Sie einen Bewerber treffen?

Jemanden, der Lust hat, das Unternehmen mitzugestalten, und nicht nur einen Job nach Vorschrift zu machen. Wir brauchen Menschen mit Ideen und dem Mut, sie auch durchzusetzen. Das fängt bei den Azubis an und hört bei der Führungskraft nicht auf. Es braucht Geduld, um sich in einem Unternehmen weiterzuentwickeln und auch mal zähere Phasen mitzumachen, ohne dabei gleich in den Fluchtmodus zu kommen und den Arbeitgeber wechseln zu wollen. Doch diese Geduld bringen Nachwuchskräfte auf. Das merke ich. Sie sehen das große Ganze, ihre persönlichen Perspektiven im Unternehmen und die Möglichkeit zu wachsen. Das ist ein enormer Ansporn. 

Tandem – Mentoring

Wissen weitergeben, statt jedes Mal das Rad neu zu erfinden: Im Mentoring-Programm bringt DMK erfahrene Kolleginnen und Kollegen mit Nachwuchskräften zusammen. Die Tandems arbeiten an konkreten Themen – Karriereplanung, Netzwerkaufbau, Feedback zur eigenen Wirkung oder Hilfestellung bei Unsicherheiten im Job.

PASSION – Talentprogramm

Für Mitarbeitende, die mehr wollen: Das Entwicklungsprogramm richtet sich an alle, die künftig mehr Verantwortung übernehmen möchten – unabhängig von Alter oder Karrierestufe. Nach einer Potenzialanalyse erhalten Teilnehmende einen maßgeschneiderten Entwicklungsplan, absolvieren Hospitationen in anderen Unternehmensbereichen und entwickeln beim Hackathon binnen 48 Stunden eine Lösung, die sie dem Management präsentieren.

Leadership next Level – Führungskräftetraining

Der Wandel im Arbeitsumfeld verlangt ein neues Führungsverständnis. DMK setzt auf Coaches statt auf Chefs: Das mehrjährige Programm vermittelt Führungskräften in aufeinander aufbauenden Trainings, wie sie durch Stärkenorientierung, Vertrauen und Eigenverantwortung mehr aus ihren Teams herausholen – und wie daraus nachhaltig mehr Leistung entsteht. Ebenso begegnet das Programm aktuellen Anforderungen im Bereich Führung und begleitet Führungskräfte darin.

StepUp – Externe Qualifikation

Wer den nächsten beruflichen Schritt plant, bekommt Rückendeckung. DMK fördert externe Weiterbildungen – vom Meisterkurs bis zum Hochschulstudium – mit bis zu 15.000 Euro. Wer sich qualifiziert, kann für den Weiterbildungszeitraum freigestellt werden und kehrt danach in sein bestehendes Arbeitsverhältnis zurück.

GoodHabitz – E-Learning

Lernen, wann und wie es passt: Über die Online-Plattform stehen allen DMK-Mitarbeitenden mehr als 80 Trainings kostenlos zur Verfügung: von Führung und Projektmanagement über Office-Kommunikation bis hin zu digitaler Kompetenz, abrufbar in mehreren Sprachen, am PC oder per App.