Bytes und Butter
Smartfactory, Copilot & Co. – wie sich DMK als innovatives und digitales Unternehmen aufgestellt hat.

Wer bei DMK ein paar Jahre zurückblickt, sieht ein Unternehmen im digitalen Wandel. Der Startschuss fiel 2018. Damals entstand die erste Digitalstrategie – mit einem klaren Fokus auf neue Chancen und der Frage, wie digitale Lösungen echte Wertschöpfung bringen können.

Vorreiter myMilk

Schon früh ging es nicht um die Tools oder den digitalen Arbeitsplatz. Stattdessen stand die strategische Perspektive im Mittelpunkt. „Digitalisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, sagt David Reinhardt, Head of Digital Innovation, DMK Group. Projekte wie die Plattform myMilk zeigen, wie DMK Digitalisierung zunächst gedacht hat: als Möglichkeit, neue Services für Landwirte zu entwickeln und Geschäftsmodelle zu erweitern. Auf dem Online-Portal myMilk können Landwirte sofort alle Qualitätsdaten zur gelieferten Milch einsehen. Mit dem Wissen können sie schneller die Futtermittel für die Kühe anpassen. Gleichzeitig wurde erstmals agil gearbeitet, mit Methoden wie Scrum. Auch erste Ansätze im Bereich Machine Learning entstanden – oft experimentell, mit vielen Lernkurven.

Eine neue Basis

Parallel lief eine zweite Entwicklung. Mit dem Projekt The Base begann ab 2019 die Standardisierung der IT in den Werken. Ziel war es, unterschiedliche Systeme, Infrastruktur und Software zu vereinheitlichen und die bisher dezentrale Werks-IT stärker zu bündeln. The Base gab die Marschrichtung bei der Umsetzung vor: WLAN, einheitliche Systeme, wie eine Software zur Optimierung des Steuerungsprozesses, und klare Standards wurden zur Grundlage für alles, was danach kam. Ohne diese Basis wäre moderne Digitalisierung in der Produktion nicht möglich. Die IT-Strategie Evolution.Now brachte Struktur in die Entwicklung. Gleichzeitig wurden Digitalisierung und IT enger verzahnt – ein Schritt, den viele Unternehmen so nicht gehen. Für DMK war er logisch, denn als Lebensmittelhersteller entstehen so Wettbewerbsvorteile durch effizientere Prozesse und bessere Abläufe.

Digitalisierungsbooster Pandemie 

Einen deutlichen Schub legte der digitale Wandel aufgrund der Corona-Pandemie durch das hybride Arbeiten im Homeoffice und Büro hin. Die schnelle Einführung von Microsoft Teams konnte die Arbeitsfähigkeit sicherstellen. Das Tool wurde zum Standard und veränderte den Arbeitsalltag nachhaltig. In den letzten drei Jahren hat DMK die Umsetzung mit dem Playbook Digitalisierung und dem strategischen Digitalisierungsprojekt Discovery beschleunigt. Das Dachprogramm Discovery steht für die Einführung von Künstlicher Intelligenz und digitaler DNA – und schafft die Voraussetzungen, testet neue Ansätze und bereitet den Weg für langfristige Lösungen.

Smartfactory läuft an 

Ein zentraler Baustein ist die Smart Factory. Am Standort Edewecht entsteht ein Leuchtturm für die digitale Produktion. Hier werden neue Technologien unter realen Bedingungen getestet, Daten systematisch erfasst und Anwendungen entwickelt, die später auf andere Werke übertragen werden können. Der Ansatz ist bewusst pragmatisch: erst verstehen, dann skalieren. Ein Beispiel ist die vorausschauende Wartung von Anlagen. Sensoren liefern Daten, Modelle werden trainiert, um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Die Umsetzung zeigt, wie anspruchsvoll dieser Weg ist – vor allem im laufenden Betrieb.

KI als Unterstützung 

Künstliche Intelligenz spielt dabei zunehmend eine Rolle. In der Produktion wird sie erprobt, im administrativen Bereich ist sie bereits stärker im Einsatz. Tools wie MS Copilot unterstützen Mitarbeiter und zeigen, wie KI konkrete Effizienzgewinne bringen kann. So kann Copilot unter anderem Mails vorformulieren, Präsentationen erstellen und Meetings organisieren. Das bedeutet weniger Administration und erheblichen Zeitgewinn für andere Aufgaben. Gleichzeitig wächst das Interesse im Unternehmen spürbar – auch im Management.

Digitale DNA 

Digitalisierung soll bei DMK nicht als ein zeitlich begrenztes IT-Projekt wahrgenommen werden, sondern als natürlicher Teil des Alltags. Genau hier kommt die digitale DNA ins Spiel. Sie ist eine Art Leitfaden, eine gemeinsame Basis, damit sich die Mitarbeiter mit den digitalen Möglichkeiten vertraut machen. Neue Tools nutzen, Arbeitswege überdenken und Gewohnheiten hinterfragen. Führungskräfte spielen dafür eine wichtige Rolle, indem sie digitale Arbeitsweisen vorleben, Lernen ermöglichen und Raum fürs Ausprobieren lassen. Feedback gehört genauso dazu wie geteiltes Wissen und andere Nutzungsideen – egal, ob vom Mitarbeiter oder einer Führungskraft.