Was ist meine Milch wert?
Wie ein Kalkulator bei DMK Transparenz schaffen soll – und warum das in der Branche noch längst nicht Standard ist

Früher war der Milchpreis für viele Landwirte vor allem eines: eine Zahl auf der Abrechnung. Sie kam am Monatsende, war da – und musste akzeptiert werden. Wie sie zustande kam, blieb oft abstrakt. Heute ist das zumindest bei der DMK Group anders. 

Mit dem internen Milchgeldrechner auf myMilk.de können Landwirte auf Basis eigener Annahmen berechnen, wie sich ihr individuelles Milchgeld voraussichtlich entwickelt und wie es sich zusammensetzt. „Wir wollten ein Werkzeug schaffen, das den Milchpreis für jeden Betrieb greifbarer macht“, sagt Volker Sauerburger, Senior-Projektmanager Landwirtschaft und Product Owner der Plattform myMilk. 

Der Preis hinter dem Preis 

Das ist vor allem deshalb relevant, weil der Milchpreis bei DMK stark über Zuschläge gesteuert wird. Der Grundpreis allein bildet oft nur einen Teil dessen ab, was ein Betrieb tatsächlich erlöst. „Viele vergleichen nur den Grundpreis – aber der individuelle Milchpreis liegt häufig deutlich darüber“, so Sauerburger. 

Der Kalkulator soll genau diese Lücke schließen. Landwirte können durchspielen, ob sich höhere Inhaltsstoffe rechnen und welche Auswirkungen das auf die eigene Liquidität hat. „Am Ende geht es darum, Entscheidungen besser vorbereiten zu können“, sagt Sauerburger. 

„Viele vergleichen nur den Grundpreis – aber der individuelle Milchpreis liegt häufig deutlich darüber”

Volker Sauerburger
Volker Sauerburger
SeniorProjektmanager Landwirtschaft und Product Owner der Plattform myMilk

Rechnen mit Unsicherheit 

Noch vor zehn Jahren war das deutlich schwieriger. Die meisten Landwirte arbeiteten mit Erfahrungswerten, Durchschnittszahlen und einem Gefühl für den Markt. Wie sich einzelne Faktoren konkret auf den eigenen Betrieb auswirkten, blieb oft unklar. Der Kalkulator verändert genau diesen Punkt: Er macht aus einer rückblickenden Abrechnung ein vorausschauendes Instrument. „Der Anspruch war, nicht nur Transparenz über Vergangenes zu schaffen, sondern auch eine Grundlage für zukünftige Entscheidungen“, sagt Sauerburger. Damit geht DMK einen Schritt weiter als viele Wettbewerber – auch wenn klar ist: Der Kalkulator ersetzt keinen Markt. 

Verstehen statt spekulieren 

Der Milchpreis bleibt volatil. Daran ändert auch das beste Tool nichts. Aber es verschiebt die Perspektive. Aus einer schwer nachvollziehbaren Zahl wird ein System. Aus Bauchgefühl wird Kalkulation. Oder, wie es Sauerburger formuliert: „Wir können den Preis nicht festlegen – aber wir können erklären, wie er entsteht.“ 

Mit dem Milchpreiskalkulator lässt sich der individuelle Marktpreis wesentlich besser kalkulieren als zuvor.