Kulturwandel mit Biss
Fünf Jahre existiert das Effizienzprogramm TIGER in der DMK Group. Tobias Wagener, Global Head of Continuous Improvement, ist überzeugt: Die Mitarbeitenden haben das Unternehmen seitdem enorm verändert.

TIGER klingt nach Angriff und Kraft. Was steckt dahinter? 
Es ist der Name unseres konzernweiten Programms für kontinuierliche Verbesserung. Wir wollen jeden Tag ein bisschen besser werden. Nicht mit spektakulären Großprojekten, sondern mit vielen kleinen, klugen Schritten. Es ist weniger ein Werkzeugkasten als eine Haltung. Wir geben unseren Mitarbeitenden den Freiraum Verantwortung zu übernehmen, Probleme anzupacken und Veränderungen nicht nur zuzulassen, sondern sie selbst anzustoßen.  

Warum brauchte DMK so ein Programm? 
Weil sich die Welt rasant verändert. Als großer Player können wir uns nicht darauf verlassen, dass Größe automatisch Agilität bedeutet. 2020 haben wir deshalb TIGER gestartet, um unsere Vision 2030 zu unterfüttern – und zwar mit einer Kultur, die auf Eigenverantwortung, Transparenz und lösungsorientiertem Denken basiert. TIGER gibt uns Strukturen, die uns helfen, unsere Talente, Fähigkeiten und Ideen zu bündeln. Es ist das Fundament für einen Kulturwandel, der langfristig trägt. Unsere Leitidee dazu lautet: „Stay hungry“ – bleib hungrig auf Weiterentwicklung.   

Was bedeutet Shopfloor Management bei DMK – und warum ist es so zentral für TIGER? 
Weil es der Schlüssel ist zu einer reibungslosen und effizienten Arbeitsweise – nicht nur in der Produktion, sondern auch im Büro. Es geht darum, direkt vor Ort Probleme zu erkennen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und die Kommunikation im Team zu stärken. Unsere Shopfloor Boards machen Herausforderungen sichtbar, helfen bei der Zielverfolgung und fördern die Eigenverantwortung.

„Als großer Player können wir uns nicht darauf verlassen, dass Größe automatisch Agilität bedeutet.”

Tobias Wagener, Global Head of Continuous Improvement.
Tobias Wagener, Global Head of Continuous Improvement.

Eine wichtige Rolle im TIGER-Programm spielen die Multiplikatoren. Was genau machen sie – und warum sind sie so wichtig? 
Unsere Multiplikatoren, intern „Multis“ genannt, sind der Schlüssel zum Erfolg von TIGER. Sie durchlaufen eine spezielle Schulung, um ihr Methodenwissen rund um kontinuierliche Verbesserung zu vertiefen. Anschließend bringen sie das Wissen aktiv in ihre Teams ein, unterstützen die Mitglieder bei der Anwendung von Shopfloor Management und anderen CI-Methoden und treiben Verbesserungen vor Ort voran. Mittlerweile gibt es rund 80 Multiplikatoren in den Verwaltungsbereichen – ein starkes Netzwerk, das den Kulturwandel bei DMK nachhaltig verankert. Besonders wertvoll ist, dass die Multis aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen und so den Austausch und die Weiterentwicklung im gesamten Unternehmen fördern. Da das Konzept so erfolgreich ist, führen wir die Multis jetzt auch in den Werken ein, um möglichst viele Experten im eigenen Team zu haben – ein Pilot dazu läuft gerade am Standort Zeven.  

Was unterscheidet das Befähigungskonzept von TIGER von klassischen Schulungen? 
Unsere Konzepte zur Einführung neuer CI-Methoden werden von der Community selbst entwickelt. In sogenannten Methodensprints arbeiten CI-Engineers und CI-Manager in interdisziplinären Teams an Schwerpunktthemen. So entstehen Trainings, Standards und Materialien, die wirklich zu unserem Alltag passen – praxisnah und direkt anwendbar. Das Wissen wird anschließend in die Organisation getragen und weiterentwickelt. 

Wie laufen diese Methodensprints konkret ab? 
Zweimal im Jahr treffen sich alle CI-Engineers und CI-Manager zu intensiven Arbeitswochen. Gemeinsam werden neue Methoden weiterentwickelt und für DMK adaptiert. Alle können sich einbringen, eigene Erfahrungen teilen und voneinander lernen. Das stärkt nicht nur die Methodenkompetenz, sondern auch den Zusammenhalt in der CI-Community. 

Ein weiteres Thema im Rahmen von TIGER ist Business Process Management. Was steckt dahinter? 
Das ist für uns ein zentraler Hebel, um kontinuierliche Verbesserung in die Praxis zu bringen. Wir schauen uns die End-to-End-Prozesse im Unternehmen an – von der ersten bis zur letzten Schnittstelle. Das ist besonders wichtig im Hinblick auf eine bevorstehende Fusion: So können wir Prozesse nebeneinanderlegen, vergleichen und sauber integrieren. Es hilft uns, Transparenz zu schaffen, Doppelarbeiten zu vermeiden und Synergien zu nutzen. 

Was ist Ihr Fazit nach den ersten Jahren TIGER? 
Es hat die Art, wie wir arbeiten, grundlegend verändert. Der größte Gewinn ist der Kulturwandel: Mitarbeitende übernehmen Verantwortung, bringen Ideen ein und treiben Verbesserungen selbst voran. Mit Methoden wie Shopfloor Management, Business Process Management und Methodensprints sind wir bestens aufgestellt, um auch in Zukunft flexibel und erfolgreich zu bleiben. 

Effizienzwerkstatt TIGER – Wir ziehen Bilanz

Das Programm „TIGER“ steht für kontinuierliche Verbesserung bei DMK. Gestartet 2020 als Initiative in den Produktionswerken, ist TIGER heute ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur – sowohl in den Werken als auch im Büro.  

Jahreszahlen: 

2020: TIGER startet in den ersten Werken   
2022: TIGER im Office  
2024: 100 Prozent Shopfloor Management in den Werken in Deutschland und den Niederlanden  
2025: Awareness-Trainings für alle Mitarbeitenden in den Verwaltungs-Bereichen 
2026: TIGER ist fester Bestandteil in der Unternehmenskultur   

TIGER bei DMK:

Kontinuierliche Verbesserung als Teil der Unternehmenskultur.

Meilenstein 2024:

Shopfloor Boards in allen Werken erfolgreich ausgerollt.

TIGER-Zeitreise:

Vom Office-Start 2020 bis zum flächendeckenden Shopfloor Management 2026.  

Ziel 2026:

Jedes Team – auch im Office – arbeitet mit einem eigenen Shopfloor Board. Nicht nur in der Produktion, sondern in allen Bereichen von DMK wird kontinuierliche Verbesserung gelebt. 

Multiplikatoren stärken den Kulturwandel:

Rund 80 „Multis“ tragen TIGER in die Teams.  

Best Practice:

Spezielle Methoden sorgen im HR-Service dank TIGER für mehr Ordnung und Effizienz. 

Vom Sortieren bis zur Sicherheit

TIGER wendet auch Methoden an, um klare Schritte für bessere Abläufe zu entwickeln. 

TIGER international:

Auch in den Niederlanden treiben die Kollegen den CI-Gedanken voran.  

Ausblick:

Awareness-Trainings, mehr Multiplikatoren und neue Lean-Methoden-Sprints.  

Shopfloor Management in der Praxis:

Probleme erkennen, Lösungen finden, Abläufe verbessern.