Der Microsoft 365 Copilot hat sich in die Workflows geschlichen. Er beantwortet den Mitarbeitenden von DMK sämtliche Fragen und schreibt zudem Textentwürfe, fasst Dokumente zusammen oder hilft beim Recherchieren. Für Carsten Büttemeier, IT Business Analyst CI, ist das kein Gimmick, sondern ein echter Mehrwert. „Im Gegensatz zu einer Suchmaschine unterstützt der Copilot Aufgaben mit konkreten Vorschlägen“, sagt er. Nicht nur Informationen ausspucken, sondern weiterdenken – genau das hat man sich lange gewünscht. Der Copilot ist Teil des Innovationsprogramms zur Digitalisierung: „Discovery“ treibt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen voran
Für Konsumenten kommt ein besonderes Servicetool zum Einsatz: Der MILRAM Rezeptbot, ein KI-gestützter Chatbot, der den Besuchern auf der Website hilft, passgenaue Rezepte mit MILRAM Produkten zu finden. Ein kleines Tool – aber eines, das zeigt, wie breit KI heute einsetzbar ist. Nicht als Selbstzweck, sondern als Teil einer größeren Transformation, die über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet.
David Reinhardt, Head of Digital Innovation, beobachtet die Entwicklung seit Jahren – und spürt im Unternehmen eine neue Dynamik. „Man merkt, dass die Leute neugierig sind“, sagt er. „Viele wünschen sich, dass KI sie in ihrer täglichen Arbeit unterstützt.“ Reinhardt, für DMK im Bereich Digitalisierung unterwegs, kennt die Spielwiesen moderner IT-Technologie: Machine Learning und Bilderkennung etwa. Doch diesmal ist etwas anders. Die neue Generation generativer KI-Tools rückt Bereiche in den Fokus, die bisher als kaum automatisierbar galten: Kommunikation und kreative Arbeit.
„Das Programm ist Teil der Firmen-DNA“, sagt Reinhart. „Das spielt auch bei Nachwuchskräften eine große Rolle."
Denn moderne Technologie signalisiere auch immer: Hier wird in sichere, zukunftsfähige Arbeitsplätze investiert.
Während KI im Bürobereich unter anderem mehr Komfort bringen kann, bringt es in der Produktion unter anderem mehr Sicherheit. Am Standort Zeven wurde ein KI-Kamerasystem an Staplern eingeführt, um Unfälle zu verhindern. Der Grund: Auf dem Gelände navigieren Staplerfahrer oft mit schweren Maschinen. Das System erkennt in Echtzeit Menschen oder personenähnliche Objekte im rückwärtigen Bereich der Stapler. Auf dem HD-Monitor im Fahrerhaus erscheinen Warnhinweise in mehreren Stufen. Falls eine Person zu nah kommt, bremst der Stapler automatisch ab. Für DMK ist das ein Prüfstein: KI nicht als Kostensparer einzusetzen, sondern als Schutzschild.
Wer KI im Unternehmen nutzt, muss seine Daten schützen. Das ist nicht nur eine interne Verpflichtung, sondern inzwischen auch Gesetz. Der neue EU AI Act – weltweit in dieser Form einzigartig – setzt klare Regeln: Transparenz, Fairness, Schutz vor Missbrauch. Für DMK bedeutet das: KI-Systeme müssen nicht nur funktionieren, sie müssen vertrauenswürdig sein.
Auch Landwirte haben das Thema KI längst für sich entdeckt. DMK entwickelt zwar keine Tools speziell für die Landwirtschaft, aber auf den Höfen kommen generell immer mehr KI-Helfer zum Einsatz: zum Beispiel Chatbots, die beim Hofmanagement unterstützen; Kamerasysteme, die die Tiergesundheit überwachen; oder Sensorik, die selbstständig Maschinendaten analysiert.
Und es bleibt ambitioniert: Warum nicht irgendwann die Energiekosten senken, indem eine KI den Stromverbrauch dynamisch steuert? Reinhardts Team prüft solche Szenarien bereits. „Bei DMK wird breit gedacht“, sagt er. „Das zeigt, dass wir in Bewegung sind.“ Gleichzeitig betont er, dass Effizienzgewinne durch KI nicht mit dem Verlust von Arbeitsplätzen einhergehen sollen. Deshalb wird jede Einführung neuer Tools eng mit dem Betriebsrat abgestimmt. Schnelle Digitalisierung – ja. Aber nicht um jeden Preis.
KI, sagt Reinhardt, sei kein Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist. Sondern ein Werkzeug, das – richtig eingesetzt – genau das liefert, was Unternehmen heute brauchen: weniger Routine, mehr Ideen.
Und damit ein Stück Zukunft, die bereits begonnen hat.